Ägypten im Ägypten-Lexikon
Was haben Ägypten und der Bayerische Wald gemeinsam? Auf den ersten Blick wohl nichts, außer dass es sich in beiden Fällen um bedeutende Urlaubsgebiete handelt. Wobei das Land der Pyramiden wohl doch noch etwas begehrter ist als der Bayerische Wald. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass sich Nofretete jetzt auch im Bayerischen Wald aufhält. Schließlich ist im Bayerischen Wald ein Grab aus dem ägyptischen Tal der Könige original nachgebaut worden. Der Viechtacher Künstler Reinhard Schmid hat in seinem ägyptischen Gewölbe im Bayerischen Wald mehr als 400 nachgemachte Kunstwerke aus der ganzen Welt ausgestellt – Ägypten spielt für ihn eine ganz besondere Rolle in seinem Gewölbe. Unter anderem können Sie die Original Nachahmungen der Büste von Pharaonenfrau Nofretete sowie die älteste Uhr der Welt ansehen. Highlight ist der „ägayrische“ Teil. Ägayrisch ist eine Mischung aus ägyptisch und bayerisch und zeigt Prallelen zwischen Bayern und dem Land der Pharaonen. Sie sind ebenso spannend wie beispielsweise die Grabschätze von Tutanchamun oder anderen Pharaonen. Mehr als 200.000 Besucher haben sich von den nachgebildeten Schätzen schon überzeugen lassen. Die Ausstellung, die eine Reise von Bayern nach Ägypten ermöglicht, ist immer noch zu sehen. Nähere Infos dazu bekommen Sie unter anderem bei der Touristinformation Viechtach im bayerischen Wald oder aber im Internet auf der Seite des Landkreises Regen bzw. des Bayerischen Waldes. Von der Ausstellung erwartet man sich dort nicht nur einen touristischen Aufschwung, sondern es soll gleichwohl wieder eine kulturelle Lücke geschlossen werden – sowohl für Urlauber als auch für Einheimische.
Der Film „Der Prinz von Ägypten“
Bei „Der Prinz von Ägypten“ handelt es sich zwar um einen sehr bekannten Film, allerdings nicht, wie man zunächst vermuten könnte, um eine Dokumentation über das alte Ägypten. Vielmehr ist es ein Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1998, der sich aber immerhin an historischen Ereignissen orientiert. Der Prinz von Ägypten ist natürlich der kleine Moses, der die Hauptrolle in dem Streifen spielt. Er übersteht, wie bereits in der Bibel genannt, den Kindsmord an den israelitischen Erstgeborenen, der von Pharao Sethos angeordnet wurde, indem ihn seine Mutter in einen Korb setzt und durch den Nil treiben lässt. Schließlich findet ihn die Frau des Pharaos und nimmt sich seiner an, sie zieht ihn groß als wäre das Kind ihr eigener Sohn. Niemand weiß somit, dass Moses eigentlich nicht zur Familie gehört und dass Ramses, der leibliche Sohn des Pharaos, gar nicht sein wirklicher Bruder ist. Eines Tages erfährt Moses allerdings die Wahrheit – nämlich, dass er eigentlich Jude ist. Wie im Buch Exodus in der Bibel beschrieben, flieht Moses in die Wüste, wo er bei einem Priester Unterschlupf findet und dessen Tochter heiratet. Nach vielen Jahren erscheint Moses jedoch Gott in Form eines brennenden Dornbusches und befiehlt, die Sklaven (also die Israeliten) aus Ägypten zu befreien. Damit dies auch verwirklicht werden kann, lässt Moses – wie Gott es ihm befohlen – 10 Plagen auf die Ägypter los, sodass Ramses, der inzwischen Pharao ist, die Israeliten ziehen lässt. Dennoch verfolgen die Ägypter Moses und die übrigen Israeliten. Durch das Rote Meer, das Moses dank Gottes Kraft teilen kann, kommen die Verfolger jedoch nicht und versinken in den Fluten. Der Film, der in den USA entstanden ist und 99 Minuten dauert ist ein gelungener Streifen, der auch schon für den Oscar nominiert wurde (in den Kategorien „Bester Filmsong“ und „Beste Musik“). Auch die Stimmen kommen von Prominenten. So haben unter anderem Jeff Goldblum, Sandra Bullock oder Michelle Pfeiffer im Original den Figuren ihre Stimmen geliehen.
Wichtige Erfindungen aus dem alten Ägypten
Ägypten ist nicht nur bekannt für seine Pyramiden, Pharaonen und als eines der beliebtesten Urlaubsländer. Hier wurden auch zahlreiche Dinge erfunden, ohne die wir heute gar nicht mehr auskommen könnten. Das Besondere daran ist, dass diese Entwicklung bestimmter Gegenstände oder die Entdeckung von gewissen Phänomenen bereits weit vor Christi Geburt stattfanden. Beispiele gibt es mehr als genug. So wurde in etwa im Jahr 5.000 vor der Zeitrechnung der Mühlstein entwickelt, außerdem hatte man damals schon eine Art Webstuhl mit dem bereits Fasern verarbeitet wurden. Nur wenig später entstand auch die Stecknadel, sodass fertige Stoffe zusammengenäht werden konnten. Und damit die alten Ägypter wussten wie spät es ist, erfanden sie um das Jahr 4.000 vor der Zeitrechnung die Sonnenuhr, die auch in Mesopotamien um diese Zeit bekannt wurde. Eine wichtige Erfindung für die heutige Papierindustrie darf natürlich auch nicht fehlen. Das erste Papier stammt schließlich aus Ägypten, es handelt sich dabei um den allseits aus der Antike bekannten Papyrus. Und weil auf diese Papyrusrollen vor allem vertrauliche Dinge, zum Beispiel Briefe, geschrieben wurden, durfte auch das Versiegelungsobjekt nicht fehlen. Deshalb erfand sich mehr oder weniger selbst wenige Zeit später das Siegel. Nötig für das Schreiben auf dem Papyrus war selbstverständlich die Tinte, sie wurde wohl im Jahr 3200 vor der Zeitrechnung als Schreibmöglichkeit entdeckt. Aber auch mathematisch waren die alten Ägypter schon sehr fit. So waren sie zum Beispiel Vorreiter – zusammen mit Mesopotamien – was Maße, Gewichte und die Waage selbst angeht. Auch was ein Winkel ist und wie man ihn misst wussten die alten Ägypter schon sehr genau. Wir haben den alten Ägyptern also viele Dinge zu verdanken, die für uns heute selbstverständlich sind, in Wahrheit aber schon abertausende von Jahren alt sind. Hätten Sies gewusst?
Der ägyptische Papyrus und seine Entwicklung
Wie schon gehört ist der Papyrus eine Erfindung aus dem alten Ägypten. Und zwar eine ganz besondere. Denn dieser Vorläufer des heutigen Papiers ist schon um 3000 vor Christus entstanden. Gemacht wurde der Stoff – das verrät bereits der Name – aus einer Pflanze mit dem Namen Cyperus Papyrus. Die Papyrus-Pflanze war zweimal so hoch wie ein Mensch und hatte einen Durchmesser von etwa vier bis sechs Zentimetern. Verwendet werden konnte sie nicht nur zum Herstellen von Schreibmaterial, auch Liegen, Matten und Co. konnten daraus gebastelt und hergestellt werden. Nun aber wieder zurück zu den damaligen Schreibwaren der alten Ägypter. Wie sie das Papier exakt herstellten ist nicht mehr bekannt, jedoch gibt es genügend alte Tafeln oder Wandmalereien, die auf die Herstellung hindeuten. Was noch bekannt ist, das sind die Zutaten: nötig war das Mark von frischen Papyrusstängeln, das gepresst und verklebt wurde, sodass sich nach einem Trocknungsvorgang tatsächlich ein Blatt bildete. Meist wurden die Blätter in Rollenform hergestellt, sodass man Platz sparen konnte, so die Idee. Heute kann man den Papyrus wie er damals hergestellt wurde allerdings nicht mehr „nachbasteln“. Warum dieses Experiment im Labor gescheitert ist, ist selbst den Forschern ein Rätsel. Es könnte zum einen an der nicht vorhandenen Sonneneinstrahlung Ägyptens liegen oder aber an einem „Geheimrezept“, das damals beigemischt wurde und heute nicht mehr nachvollzogen werden kann. Was jedoch fest steht: bis zum 7. Jahrhundert nach Christus wurde in Ägypten noch auf Papyrus geschrieben, diese Art von Schreibmittel war nicht nur äußerst kostbar, sondern auch noch sehr beliebt.
Kleine Menschen galten im alten Ägypten als die Größten
Wer klein ist, ist nur schwer zu sehen, ist also unscheinbar. Und wer unscheinbar ist, der wird schnell einmal vergessen oder auch nicht beachtet. Deshalb sind kleine Menschen in unserer heutigen Gesellschaft nicht selten benachteiligt. Anders war es da im alten Ägypten. Hier waren die Kleinsten die Größten. Denn wer nicht mit genügend Körpergröße ausgestattet war, der hatte immerhin andere Vorteile. Das hat eine Studie ergeben. Demnach hatten kleinwüchsige Menschen einen hohen Stellenwert und auch im gesellschaftlichen Leben ging es den Winzlingen besser als vielen anderen. Unter anderem fanden sie beispielsweise leichter Arbeit, wenn es sich um Aufseher oder auch Tänzer handelte. Möglicherweise könnte die Beliebtheit der kleinen Ägypter daran liegen, dass sich die alten Ägypter auch ihre Gottheiten in der Regel so vorstellten, als ob diese sehr klein wären. Laut Medienberichten war das erste Mal in einem Dokument aus dem Jahr 4500 vor Christus die Rede von einem kleinwüchsigen Menschen, Grabfunde sprechen eine ähnliche Sprache. Heute ist klein sein mehr eine Strafe: man hat Nachteile im Alltag, wird ausgelacht oder kann nicht alle Tätigkeiten ausführen. Damals, im alten Ägypten, war das völlig anders. Sie waren sogar sozial oft sehr gut gestellt, die kleinen Menschen. Wie eine Forscherin herausgefunden hat ist das durch die Nähe der Grabstätten dieser Menschen zu den Pyramiden abzuleiten. Grund für die Kleinwüchsigkeit ist meistens eine Krankheit, die genetisch bedingt ist und vererbt wird. Heute ist in Deutschland im Durchschnitt jedes 50.000ste Kind kleinwüchsig. Im alten Ägypten war die Zahl der kleinen Menschen deutlich größer.
Die alten Ägypter und ihre Zahnpflege
Wer glaubt dass Zähneputzen erst vor ein paar hundert Jahren erfunden wurde und früher weder notwendig, noch gebräuchlich war, der hat sich gewaltig geirrt. Denn schon im alten Ägypten wurde Wert gelegt auf ein sauberes Lächeln und einen gepflegten Umgang mit den Zähnen. Für die damalige Zeit war die Zahnpflege schon sehr weit fortgeschritten, das haben Funde von Wandmalereien und Dokumenten ergeben. Letztere berichten von einer Tochter des Pharaos, die wegen der Schönheit und der Härte ihrer Zähne besondere Bewunderung fand. Das ist ebenso faszinierend wie erstaunlich. Überraschend ist auch, dass es im alten Ägypten nicht nur erste Ärzte, sondern auch richtige Zahnärzte gab. Sie hatten sich bereits lediglich auf die Mundmedizin beschränkt. In Hieroglyphen wurden die Zahnärzte durch einen Elefantenstoßzahn symbolisiert, der zusammen mit einem Auge abgebildet wurde. Zahnpasta gab es zwar zur damaligen Zeit noch nicht, was jedoch verwendet wurde ist als Vorläufer davon zu sehen. Es handelt sich um das Zahnpulver, das der Reinigung diente. Bestandteile waren Malachit, Ocker und Terebinthenharz. Selbst eine Mundspülung war schon vorhanden. Mit Natron spülte man sich am Morgen den Mund aus im alten Ägypten. So gehörte die Zahnfäule nicht zu den Problemen der alten Ägypter. Allerdings hatten sie ein anderes Problem: die Abnutzung der Zähne. Letzere waren schließlich im Laufe der Jahre nicht mehr zu gebrauchen und mussten dann gerissen werden. Gebiss gab es damals jedoch noch keines. Die Abnutzung der Zähne ging im alten Ägypten sehr schnell, denn mit den Nahrungsmitteln wurden auch viele Staubteilchen aufgenommen, die die Zähne abrieben und für Probleme sowie Entzündungen sorgten und im Zahnfleisch Schwierigkeiten machten.
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