News vom 30.07.2008
Student in Ägypten fast verhungert
Generell ist ein Schüler- oder Studentenaustausch eine wichtige und interessante Möglichkeit für junge Leute, damit sie fremde Kulturen näher kennen- und auch zu schätzen lernen. Auch in politischer Hinsicht können solche Kooperationen durchaus langfristig von Vorteil sein. Alles andere als sinnvoll ist allerdings, wenn ein Austauschprogramm nicht richtig koordiniert und kontrolliert wird. Das scheint laut Tagespresse in Ägypten leider der Fall zu sein. Ob es sich um einen Einzelfall handelte oder nicht sei einmal dahingestellt. Fest steht allerdings, dass der 17-jährige Student Jonathan Mc Cullum, der ein Jahr zu Gast in Ägypten war, beinahe verhungert und zugrunde gegangen wäre. Das führte sogar so weit, dass der junge Mann aufgrund des Notfalls seinen Austausch abbrechen musste und mit dem Flieger nach Hause in ein Krankenhaus gebracht wurde. Bei seiner Fahrt nach Ägypten hatte der etwa 1 Meter 80 große Student ein Gewicht von rund 70 Kilo, bei seiner Rückkehr fehlten plötzlich fast 30 Kilogramm. Grund für den enormen Verlust seines Körpergewichtes sei seine Gastfamilie gewesen, so der Junge in einem Interview. Die koptischen Christen, die aus religiösen Gründen fast das Ganze Jahr fasten, hätten ihm nichts zu essen gegeben oder nur die kleinsten Portionen – so lautet der Vorwurf des Studenten. Er habe sogar immer wieder Essen stehlen müssen aufgrund des Hungergefühls. Die Gastgeber jedoch leugnen dies und behaupten, dass Mc Cullum sogar zuviel statt zu wenig gegessen habe. Wer jetzt letztendlich die Schuld für den laut Ärzten tatsächlich schlechten Gesundheitszustand des Studenten trägt – in Frage kommen die Gastfamilie aus Ägypten sowie die Verantwortlichen des Austauschprogramms – das muss noch geklärt werden. Letztere hätten jedenfalls besser vor den Gefahren der ägyptischen Bräuche und Religionen warnen müssen ist sich die Familie des amerikanischen Studenten sicher.



