Bevölkerung im Ägypten-Lexikon

Wie jedes Land gibt es auch in Ägypten einige Bereiche, die der Bevölkerung und Regierung Probleme bereiten. Dazu gehören in erster Linie die Kinder und ihre Bildung. Viele der kleinen Ägypter können nicht lesen und schreiben: sie sind Analphabeten. Und dabei kann man es ihnen auch nicht übel nehmen, ganz im Gegenteil. Sie würden gerne in die Schule gehen, haben aber keine Möglichkeit dazu den Unterricht zu besuchen. Stattdessen müssen sie auf den Feldern arbeiten oder andere Dienste erfüllen. Die bei uns verbotene Kinderarbeit behält in Ägypten nämlich nach wie vor noch die Oberhand. Laut einer Studie, die vor kurzem veröffentlicht wurde, handelt es sich bei einem Drittel der Ägypter um Analphabeten. Kein Wunder: die Kinder können entweder gar nicht zur Schule gehen, weil ihnen die Eltern dazu gar keine Chance lassen oder sie müssen arbeiten, weil die Familie so arm ist, dass auch die Kinder Geld auftreiben müssen. Positiverweise sieht es aber nicht im ganzen Land so schlecht aus, es gibt auch Projekte mit denen Kinder so gut es geht unterrichtet und erzogen werden. Seit mittlerweile zwanzig Jahren beispielsweise sorgt dafür die Sekem-Farm. Hier können die Kinder zwar arbeiten und bekommen dafür etwas Geld mit dem sie und ihre Familie leben können, allerdings werden die Kinder nicht als regelrechte Schichtarbeiter missbraucht. Und: sie dürfen auch nebenbei zur Schule gehen. Dort lernen sie neben dem Schreiben und Lesen sogar noch das Rechnen oder erfahren im Schulfach „Geographie“ alles Wichtige über ihr Land und den Rest der Welt. Um das Umweltbewusstsein der Kinder zu fördern und ihnen mehr Verständnis für die Natur zu geben stehen auch Naturwissenschaften auf dem Tagesplan. Wichtig sind aber auch die Bewegung und das Musikgefühl der Kinder, deshalb gibt es auch regelmäßig Tanzstunden und rhythmische Übungen. Auch die Phantasie der Kleinen zu fördern erscheint den Lehrern hier besonders wichtig. Malen und Werken sind also auch entscheidende Lehrbereiche. Später haben die Kinder dann übrigens die Chance einen Abschluss zu machen und haben so bessere Möglichkeiten einen hochwertigeren Job zu finden.

Helle Haut als Statussymbol in Ägypten

Wer sich schon einmal näher mit dem ägyptischen Klima beschäftigt hat weiß, dass es dort kein Problem für alle diejenigen gibt, die sich gerne einmal sonnen und bräunen wollen. Dennoch sind die Ägypter selbst gar nicht so sehr gebräunt, wenn man sie einmal näher betrachtet. Das liegt allerdings nicht am Wetter, sondern an den Menschen. Statt braun zu werden bevorzugen sie es, eine helle Haut zu haben. Viele helfen dabei sogar etwas nach. Denn weiß ist in. Nicht nur in dieser Saison, sondern immer. Mehr und mehr Frauen, ganz egal welchen Alters oder welcher sozialer Schicht, stehen auf helle Haut. Für sie ist das ein Schönheits- und zugleich ein Statussymbol. Mehrmals täglich greifen Frauen in Ägypten deshalb zur Gesichtscreme und versuchen so ihr Gesicht heller zu gestalten. Damit, so eine Ägypterin im Interview, fühle man sich als Ägypterin nicht nur wohler, man kann auch Streifen im Gesicht besser verstecken. Diese Streifen entstehen durch die Tatsache, dass Frauen in Ägypten ein Kopftuch tragen. Eine derartige Bleichcreme kostet pro Monat außerdem kaum mehr als einen Euro, das können sich selbst in Ägypten nahezu alle Schichten leisten. Inzwischen wird aber auch schon in der Werbung über ein „besseres Leben“ durch besonders weiße Hautfarbe gesprochen. Deshalb steigt auch der Umsatz in den Apotheken, die professionelle Cremes sogar für hunderte von Euro verkaufen, merklich an. Auch bei den ägyptischen Männern kommt die helle Hautfarbe oft deutlich besser an, wie viele Frauen glauben. Selbst bei schwachem Selbstbewusstsein sind Bleichcremes ein willkommener Helfer in Sachen sicherem Auftreten.





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