Gleichberechtigung im Ägypten-Lexikon

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Das gilt in Deutschland als selbstverständlich. Nicht hingegen in Ägypten. Hier gibt es beispielsweise hinsichtlich der Geschlechter einen deutlichen Unterschied vor dem Gesetz – zumindest in der Praxis. Deshalb werden die Forderungen auf Gleichberechtigung nun immer lauter. Was für den Mann gilt, das soll auch für die Frau bestimmt werden können und umgekehrt, findet Ägyptens Vizepräsidentin Radwan. Trotz der Glaubensrichtlinien im Islam, bei dem Männer generell mehr Rechte besitzen als Frauen, dürfe, so die Forderung der Vizepräsidentin, keine Ungerechtigkeit im Vergleich zwischen Mann und Frau herrschen. Auch im Beruf müsse es gerechter zugehen fordert derweil Amal Suleiman in einem Zeitungsbericht. Sie möchte Zivilstandesbeamtin werden, was in Ägypten und überall dort, wo der Islam stark verbreitet ist, eigentlich nur der Männerwelt vorbehalten ist. Angeblich, so heißt es als Argument der Befürworter dieser Regelung, schreibt das der Koran vor. Weil die eben bereits beschriebene Amal Suleiman aber nicht zurückschreckte und eine Bewerbung als Zivilbeamte verschickte, kam es zu gewaltigen Diskussionen und das obwohl die junge Frau sehr gute Bildung besitzt und studiert hat. Kurioserweise war es im alten Ägypten, was man eigentlich gar nicht vermuten würde, anders. Damals, so heißt es in den Geschichtsbüchern, hätten sich zwar Kinder den Männern untergeordnet. Frauen hingegen hatten erstaunlich viele Rechte. Unter anderem durften sie sich scheiden lassen oder über die eigenen finanziellen Mittel selbst bestimmen. Alles was mit dem heimischen Haus und Hof zu tun hatte fiel unter die Gewalt und Zuständigkeit der Frauen. Im Laufe der Zeit, also vor allem in der Neuzeit, änderte sich dieser Status der Frau allmählich wieder.



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