Literatur im Ägypten-Lexikon

In vielen Urlaubsländern gibt es an Kiosken oder im Zeitschriftenfachgeschäft nicht nur eine ganze Menge einheimischer Literatur, sondern auch – in erster Linie für Touristen – Hefte, Bücher, Zeitschriften und Lektüren aus dem Ausland. Wer als Deutscher jedoch in Kairo und Co. seinen Urlaub verbringt, der muss sich wohl künftig verstärkt über Internet oder andere Medien informieren. Denn deutsche Zeitungen sind in Ägypten inzwischen Mangelware. Das liegt jedoch nicht daran, dass sie dort nicht gelesen würden – sie sind verboten worden. Grund ist der Karikaturenstreit, der erst Ende Februar wieder von neuem entbrannt ist. Im Einzelnen geht es dabei um die erneute Publizierung der schon seit langem sehr umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Weil sie ausgerechnet in einer westlichen Zeitung zu lesen war, wurden jetzt sämtliche Zeitungen aus dem Westen aus dem Handel genommen. Dazu zählen „Die Welt“, „Die Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Wall Street Journal“ und „Observer“. Sie hatten die Zeichnungen bewusst noch einmal abgebildet, um damit gegen die Mordpläne, die gegenüber dem zuständigen Karikaturisten angekündigt wurden, vorzugehen. Dies hatte zur Folge, dass unter anderem der dänische Botschafter (vor allem in Dänemarks Zeitschriften war die Karikatur mehrfach zu sehen) in Ägypten antreten und versprechen musste, sich einzusetzen, dass die Zeichnungen nicht mehr gedruckt werden. Verschiedene Verlage, darunter auch deutsche Häuser, prüfen derzeit noch ihre Möglichkeiten, um gegen Forderungen und Verbote wie diese vorzugehen, wie es in einem Medienberichten jetzt hieß. Wie die weitere Entwicklung hinsichtlich der Mohammed-Karikaturen aussieht bleibt abzuwarten. Die Zeichnungen zeigen den Propheten mit einer gezündeten Bombe statt einem Turban auf dem Kopf und haben schon für einigen Zündstoff gesorgt.



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