Nil im Ägypten-Lexikon

Der Nil ist nicht nur einer der bekanntesten Flüsse, sondern so ganz nebenbei auch noch der längste Fluss der Welt. Seinen Ursprung findet der insgesamt unvorstellbare 6671 Kilometer lange Fluss in den Bergen von Ruanda und in Ägypten mündet er in das Mittelmeer. Ohne Nil könnten die Menschen in vielen Regionen Ägyptens überhaupt nicht überleben. Denn die Landwirtschaft und damit eine der wichtigsten Einnahmequellen ist auf den Nil angewiesen. Ist der Pegel des Nilwassers nicht hoch genug, so kann es zu teils starken Ernteausfällen oder gar Hungersnöten bei den ärmeren Bevölkerungsteilen kommen. Aber nicht nur dafür ist der Nil zuständig, sondern auch für die Tier- und Pflanzenwelt Ägyptens. Sie könnte bei weitem nicht so vielfältig sein, wenn der Nil mit seinem Leben spendenden Wasser nicht wäre. Aber auch für den Tourismus ist der längste Fluss der Erde wichtig. Denn hier können regelmäßig Kreuzfahrten gebucht werden. Sie sind sehr beliebt bei den Urlaubern, da man durch das Durchfahren der Nilgebiete im Grunde ganz Ägypten kennen lernt und von allen Regionen so einen raschen, wenn auch kurzen Überblick erhält. In der Regel starten sie in Kairo und führen bis nach Luxor, es gibt aber auch viele weitere Strecken, die mit Nilkreuzfahrten aufwarten. Nicht transportiert werden am Nil allerdings Waren. Generell ist die Bedeutung des Nils in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgegangen. Übrigens: der Nil besteht, wenn man es genau nimmt, aus dem weißen und dem blauen Nil. Letzterer ist allerdings nur eine Art Nebenfluss, die zentrale Ader bildet der weiße Nil.

Leben im Nil wirklich Nilpferde?

Wo lebt ein Nilpferd? Ganz klar: im Nil. Behauptet zumindest der Volksmund und es wäre auch eine logische Annahme aufgrund des Tiernamens. Allerdings ist dies nicht so. Zumindest nicht mehr. Seit dem 19. Jahrhundert wurden im Nildelta in Ägypten keine solchen Tiere mehr gesichtet, auch im Jordan, wo die Nilpferde früher oft lebten, sind keine Exemplare mehr. Nahe dem Atlasgebirge kamen sie bis vor 3.500 Jahren vor. Deshalb ist auch der Name „Nilpferd“ (den hatte das Tier ursprünglich erhalten, da es im Nil angeblich zum ersten Mal gesichtet worden war) kaum mehr gebräuchlich, selbst in Ägypten nicht mehr. Häufig bezeichnet man das Tier heute als Flusspferd oder als Großflusspferd. Dabei handelt es sich um ein Säugetier, das nahezu schon vom Aussterben bedroht ist mittlerweile. Mehr als 150.000 Tiere gibt es weltweit nicht mehr, wie aktuelle Zahlen verraten. Die Population ist in den letzten Jahren und den vergangenen Jahrhunderten stark gesunken. Meist sind die Nilpferde heute noch im südlichen Afrika zu finden. Es handelt sich um große und vor allem schwere Tiere. Eine, zwei oder sogar drei Tonnen kann ein ausgewachsenes Nilpferd auf die Waage bringen. Die Rumpflänge beträgt bis zu fünf Metern, der Schwanz ist etwa einen halben Meter lang. Die Schulterhöhe muss man im Durchschnitt bei 150 Zentimetern ansetzen. Aber zurück nach Ägypten, wo die Nilpferde über Jahrtausende hinweg lebten und auch etwas Besonderes waren. Das ist heute deswegen noch feststellbar, da in alten Felsmalereien zahlreiche Abbildungen von den Tieren gefunden wurden. So wurde beispielsweise die Göttin Tawaret immer wieder als Mischung zwischen Mensch und Flusspferd dargestellt. Sie war die Beschützerin von schwangeren Frauen.



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