Religion im Ägypten-Lexikon

Religionsfreiheit ist selbstverständlich? In Ägypten nicht. Zwar ist sie teil des Gesetzes, da sie in der Verfassung enthalten ist. Allerdings sieht die Praxis oft anders aus, hier ist die Religionsfreiheit deutlich eingeschränkt, was alleine an den Ausweisen der Bürger sichtbar wird. Hier kann lediglich ein Kreuzchen bei drei zur Auswahl stehenden Religionen gemacht werden: Islam, Christentum oder Judentum. Wer anders gläubig ist muss entweder lügen oder bekommt eben keinen Ausweis. In diesem Fall sind die Rechte dieses Bürgers jedoch deutlich eingeschränkt. Es geht aber sogar noch schlimmer. Möchte beispielsweise ein Moslem dem Christentum beitreten oder ähnliches, so soll er zum Tode verurteilt werden wenn es nach der Politik geht. Eine höchst umstrittene Einstellung in der ganzen Welt. Zur religiösen Aufteilung: etwa 85 Prozent der Ägypter sind Muslime, weniger als 15 Prozent der Gesamtbevölkerung sind immerhin noch Christen. Früher hatten die Christen zwar die Oberhand – das änderte sich durch den „Siegeszug des Islams“ im siebten Jahrhundert allerdings schnell wieder. Christen leben heute vor allem in kleineren Dörfern, während die Großstädte und urbanen Gebiete Ägyptens in erster Linie Muslime beherbergen. Am geringsten ist dagegen die Zahl der Juden in Ägypten. Kaum mehr als eintausend Juden leben dort mittlerweile noch, sie bilden damit eine überaus kleine Minderheit, die immerhin seit dem Friedensvertrag im Jahre 1979 auch mehr religiöse Rechte hat. Im Jahre 1948 waren es noch knapp 100.000 Juden, die Zahl hat während der vergangenen Jahrzehnte enorm abgenommen. Außerdem leben in Ägypten noch rund 2.000 Bahai. Sie gehören zu den vorhin bereits erwähnten Gläubigen, die zu ihrer Religion stehen und darum auch keine Ausweise bekommen können.



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